in Sprichwörtern gekramt

Ein Versuch mit der lieben Doris und viiiiel Sprachzeugs und soooo :)

Begabung verpflichtet … sagt ein altes Sprichwort. Ich gebe ab an Doris

Ja klar, denn wo ein Wille, da ein Wort… ;-) nicht wahr…… Bianca

Das stimmt, Doris, aber von den Worten zu den Taten ist es ein weiter Weg … 

na für uns gilt doch sicherlich” eine Frau ein Wort” oder zwei oder drei, liebe Bianca :-)

Das gilt mit absoluter Sicherheit; außerdem gilt “Der Magen einer Sau, die Gedanken einer Frau und der Inhalt einer Worscht bleiben ewig unerforscht.”, liebe Doris

Jaja, so ist das eben…. ein Königreich für unsere Gedanken, mylady

So siehts aus – unsere Gedanken sind ein Mysterium. Nun lässt sich spekulieren, warum, denn: Die Gesunden und die Kranken haben ungleiche GedankenHerzchen

Genau, unsere Gedanken ein Mysterium, erfreulicherweise sind die Gedanken aber frei und der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung ändern könne, das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung, oder liebe Bianca? ;-)

Oh ja, meine Liebe, da sagst du was. Aber der Volksmund sagt dazu: Das Denken sollte man den Pferden überlassen, die haben den größeren Kopf

Naja, dann müssen wir eben umdisponieren, denn es heißt ja auch, was man nicht imKopf hat, muss man in den Beinen haben…..da geht doch was, oder meine Liebe?

Tsah! Natürlich geht da noch was, Herzchen! Da schwör ich Stein und Bein. Und nachdem man auf einem Bein nicht stehen kann, übergeb ich wieder an dich, Doris

…ja, ja, schon klar, damit ich beidbeinig in einen Fettnapf springen kann, oder wie? Aber schummeln kann ich hier ja auch nicht, denn bekannterweise haben Lügenja kurze Beine und das steht mir dann gar nicht gut….also was tun, liebe Bianca?

Nu ja, wir wissen ja: Lügen sind wie Schneebälle: Je länger man sie rollt, desto größer werden sie. Und die Wahrheit holt die Lüge ja doch ein, allein schon wegen den kurzen Beinen. Also schlag ich vor, wir suchen uns ein paar Kinder. Kindermund tutWahrheit kund, dann haben wir das Problem geregelt, auch wenn Kinder ohnehin kurze Beine haben. Oder wie siehst du das, liebe Doris?

Klar, Bianca und wenn wir sie gefunden haben, dann machen wir uns mit Kindund Kegel auf den Weg. Und finden tun wir sie auf alle Fälle, denn es heißt ja, dass selbst ein blindes Huhn auch ein Korn findet. Wobei das jetzt natürlich nicht heißt, dass wir zwei blinde Hühner sind ;-) eh klar, oder?

Sonnenklar, mein Herzchen. Und nachdem wir bestimmt nicht mit den Hühnernschlafen gehen, nehmen wir gleich ne Flasche Korn mit. Sag mal, Doris, reden wir hier über ungelegte Eier oder sollen wir das wirklich mal in Angriff nehmen und ne Mädelstour mit Korn machen? Dann sehen wir aus wie aus dem Ei gepellt 

Nönö du, über ungelegte Eier spricht man doch nicht ;-) da lass uns doch mal lieber Nägel mit Köpfen machen. Und nur wegenso einem Huhn...ich mein, eine Schwalbe macht ja dann auch noch keinen Sommer, oder Bianca? Und dann bliebe ja noch die Frage zu klären, wer zuerst hier war, das Huhn oder dasEi…..hm..alles nicht so einfach, nicht wahr…

Tjaja … aber hey: Wenn wir Hühner und Schwalben vergleichen, vergleichen wir auch Äpfel mit Kirschen, oder? Und, mein Herzchen, die Frage, ob denn Huhn oder Eizuerst da war, gehört wohl zur Kategorie “ewig ungeklärt”. Aber wir werden das schaffen, denn alle Wege führen nach Rom und wir sind auf den Spuren der einzigenWahrheit. Wir wissen ja: Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. In unserem Fall zwei mutige Ladys 

Ja, genau, und außerdem den Mutigen gehört die Welt und das ist gut so ;) ) Und das mit der Wahrheit is ja ohnhin nicht so leicht, denn meine Wahrheit muss ja noch lange nicht deine Wahrheit sein. Und deshalb macht es schon Sinn sich auf den Weg zu machen. Wir wissen ja, dass der Weg das Ziel ist. Und da Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde, haben wir ja mal wieder recht gute Chancen, den rechten Weg zu finden und der Wahrheit somit Schritt für Schritt näher zu kommen, liebe Bianca.

Das hast du richtig schön gesagt, liebe Doris, und mutig voranschreiten ist absolut wichtig, denn jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Also dürfen wir auf unserem Weg nicht stehenbleiben, denn Stillstand bedeutet RückschrittFortschritt könnte aber das Fortschreiten von dem was wir kennen heißen – aber haben wir etwa Angst davor? Pah! Angst verleiht Flügel – lass uns fliegen, Doris ;)

Ja, womit ich mal wieder bei der Erkenntnis angelange, dass die Zeit wie im Fluge vergeht….

Hermann Hesse hat übrignes mal geschrieben, “Man hat nur Angst, wenn man mit sich selber nicht einig ist.” Sogesehen sollte uns das Fort_Schreiten  ja eigentlich keinen Stress machen, weil wir unsereSchritte ja bewusst setzen. Aber es ist halt auch eine Tatsache, dass wir immer wieder auf unsere ganz eigenen Stolpersteine stoßen und somit neuen Herausforderungen ins Auge sehen. Und wie wir wissen, liebe Bianca, nehmen wir diese Herausforderungen ja auch immer wieder auf’s Neue an ;)

Ach Herzchen, wie Recht du hast! Und wie der olle Joethe schon sagte: “Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.” Was wollen wir bauen, liebe Doris? Eine Brücke zu neuen Ufern? Einen Weg, der uns zum Ziel führt, wobei der Weg bereits das Ziel ist? Auf keinen Fall sollten wir Luftschlösser bauen – aber das wird nicht geschehen, weil noch nie ein Luftschloss aus Steinen gebaut wurden, die auf dem Weg rumlagen. Eigentlich brauchen wir für unsere Brücke zu neuen Ufern auch keine Steine. Man sagt ja, Lachen ist eine Brücke. Außerdem ist Lächeln die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen – deshalb lächel ich dich jetzt ganz sonnig an :)

Ja, liebe Bianca, so ein Lächeln kann einem schon den Tag versüßen und es ist doch immer wieder schön, wenn es gelingt, jemanden zumLächeln zu bringen. Außerdem ist Lächeln ja grundsätzlich die charmanteste Art, jemandem die Zähne zu zeigen ;) (das trifft natürlcih jetzt nicht auf uns beide zu aber wir kennen solche Situationen natürlich auch, oder?)

Ja, Brücken bauen ist auch immer eine gute Idee. Brücken verbinden und man kann einander begegnen. Wir könnten natürlich auch ganze Häuser bauen – sollten dabei nur drauf achten, diese nicht auf Sand zu bauen.

Ach schön, liebe Doris, ein Lächeln ist die schönste Sprache der Welt :) (Und das trifft sehr wohl auf uns beide zu, Herzchen)

Wir bauen sehr gerne ein ganzes Haus. Aber dann bitte ein gebildetes Haus: In Häusern, wo Bildung herrscht und Sitte, da gehen die Frauen zuerst, die Männer folgen ihrem Schritte. Ach, weißt du was? Wenn wir zusammen in dieses gebildete Haus ziehen, kann laut Henry de Montherlant niemand was anhaben; er sagte: “Freundschaft zweier Frauen: Nicht viel mehr als ein Nichtangriffspaket.” :)

Ein sehr weiser Herr, der Monsieur de Montherlant, liebe Bianca ;-) wie recht er doch hat. Und William Blake meint dazu: Dem Vogel ein Nest, der Spinne ein Netz und dem Menschen die Freundschaft. Das hat doch auch was, oder?

Das mit dem gebildeten Haus gefällt mir übrigens besonders gut. Denn bereits der weise Lao tse meinte: Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück. Hey, irgendwie haben wir jetzt lauter Zitate vonMännern da…hm, aber egal, da wir g’standene Frauen sind, haben wir ja eh selber auch was zu sagen ;) und das letzte Wort haben wir alle mal, oder? ;-)

Aber natürlich haben wir das letzte Wort, liebe Doris! Gar keine Frage ;) Und – hey, nehmen wir uns doch Unterstützung von den Worten Zsa Zsa Gabors, sie sagte: Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können. Also: Auch Frauen haben Kluges gesagt – mal abgesehen davon, Herzchen, dass aus unseren Mündern natürlich NUR Kluges kommt ;) Und da Hans-Joachim Kulenkampff sagte: Frauen müssen das letzte Wort behalten – aber leider nicht für sich (tsah! Frechheit!), gebe ich wieder an dich ab, mein Herzchen :)

gnihihi…ich hab da was gefunden zum Stichwort: letztes Wort…. also, wer Lust hat, kann ja mal da nachlesen ;-)

Aber meine liebe Bianca, das ist natürlich klar, dass Frauen nicht nur etwas sondern viel Kluges von sich geben (also wir von uns mein ich…). Manchmal ist’s halt ein reines Verständnisproblem, das da zwischen Männern undFrauen herrscht :-)

Manchmal ist’s allerdings auch ein Segen, gemeinsam einfach mal auch Schweigen zu können…..

Geschieht es nicht durch das Schweigen, dass die Ausstrahlungen der Seele die andere Seele erreichen und das Flüstern des Herzens einem anderen Herzen vermittelt wird?
Khalil Gibran, Sämtliche Werke

Wunderschön, meine liebe Doris, wirklich sehr schön gesagt! Und auch die We(i)bseite “Das letzte Wort” – fein rausgesucht ;) Das musste ich jetzt so sagen, weil eine asiatische Weisheit sagt: “Erkennen ist eine große Leistung des Geistes. Anerkennen eine solche des Herzens.”

Also wenn ich an deine Zeit bei mir denke, haben wir doch eher geredet als miteinander geschwiegen - aber wir sind eben zwei weibliche Subjekte, die nur Kluges absondern ;) Daneben wissen wir natürlich: Wenn der Kuchen redet, schweigt der Krümel, also is klar, dass wir ständig geredet haben. Übrigens auch interessant, was Josh Billings zum Thema Schweigen sagte: “Schweigen – eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente”, oder was sagst du dazu?

Ich kann mir vorstellen, dass so mach männlicher Leser sich jetzt möglicherweise denkt: ja, eh klar, dass die Schnattern bis zum Abwinken –> ein Mann, ein Wort– eine Frau, ein Wörterbuch ….und das ganze natürlich mal zwei ;) das stellt selbst den Duden in den Schatten.

Aber ja, du hast recht, Schweigen ist wirklich schwierig zu widerlegen. Und trotzdem ist es manchmal angebracht, sich an die alte Weisheit „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ zu halten. Es gilt halt – wie so oft im Leben – den richtigen Zeitpunkt dafür zu erkennen.  Denn was einmal gesagt ist, kann man schwer wieder zurücknehmen…..und grad da entstehen oft so viele Missverständnisse in der Kommunikation zwischen den Menschen. Aber bei uns sagt man so schön „durch’s Reden kommen die Leute zusammen“ und das hat ja dann auch wieder was recht Positives an sich :-) also – es gilt, die richtigeBalance zu finden zwischen Reden und Schweigen, nicht wahr, liebe Bianca ?

Ach, Herzchen, ich könnte jeden deiner Beiträge einleiten mit: Recht hast du! ;) Ein chinesisches Sprichwort besagt ja: Wenn man weiß, was wichtig und was unwichtig ist, dann macht man in seinen Reden keine Fehler. Und Sophokles, der alte Grieche, ist der Meinung: Allzu tiefes Schweigen macht mich so bedenklich wie zu lauter Schrei. Die Sache ist ja die, dass die Menschen zu wenig miteinander sprechen. Sie sprechen übereinander, gegeneinander oder auch gerne mal aneinander vorbei. Und das Thema “aneinander vorbei” hat Ringelnatz sehr schön in seinem gleichnamigen Gedicht beschrieben:

Vom Speisewagen
durchs Land getragen,
siehst du Dörfer, Felder, Katz und Küh.
Angenommen, dass dir das Menü
nichts kann sagen.

Irgendwo: Zwei Barfußmädchen winken.
Wissen selber nicht, warum sie’s tun,
Lassen ihre arbeitsharten Hände
für Momente ruhn.

Wissen nicht, dass deine Hände sinken,
winken,
grüßen
In den ganzen langen Zug hinein,
ahnen nicht, dass du die Scholle sein
möchtest unter ihren schmutz’gen Füßen.

Angelangt, ergibst du mittelgroß
dich der Höflichkeit, dem Stande und dem Gelde.
Nachts im Bette träumst du hoffnungslos
von beiden Mädchen auf dem Felde.

Tjaja, meine liebe Doris, hätte er nicht geschwiegen, wäre er vielleicht nicht an ihnen vorbei gezogen. Vielleicht aber auch doch, weil Schüchternheit ihn abhielt. Vielleicht ist es aber auch besser, einfach zu träumen. Vielleicht hätte es Hindernisse gegeben. Aber Kafka sagte schon: “Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.” Oder wie siehst du das? :)

Wie seh ich das? hm. Gute Frage. Ja, mir fällt auch auf, dass wir oft viel zu viel Energie aufwenden, um über Probleme oder Hindernisse nachzudenken, von denen wir noch nicht mal mit Sicherheit wissen, ob sie sich denn wirklich auch so zeigen werden.  Wie Henry Kissinger eben auch schon bemerkte: „Ängstliche Menschen werden angesichts großer Möglichlichkeiten häufiger von Zaudernbefallen als von Kühnheit geleitet.“

Das hat schon was, oder Bianca?

Oftmals schaffen wir mit unseren eigenen Ängsten und dem eigenen Zauderndie Probleme, die so eigentlich gar nicht vorhanden wären, bzw. geben ihnen Raum zum Wachsen anstatt ihnen positiv entgegnzutreten. Lernen können wir wohl immer wieder von der Natur. Denn das ist eine durchaus optimistischeSchöpfung oder kennst du irgendeinen Vogel, der nicht in Dur sondern sein Lied in Moll vor sich hinzwitschert? ;-)

“Unsere größte Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sein könnten. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten. Wir fragen uns: Wer bin ich, um so brillant zu sein? [...] Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst. Sich zu beschränken, nur damit andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.  [...] Wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit anderen die Erlaubnis, es auch zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.” – so drückte es Nelson Mandela aus :) Finde ich auch sehr interessant, diese Haltung, wobei ich als Ungläubige die Gott-Passagen eher ausstreichen wollte und das auch getan habe. Lernen wir also nicht nur von der Natur, sondern auch von Mandela, der ebenfalls in Moll gezwitschert hat ;) Lässt du dein Licht mit mir scheinen, Doris?

Mit dir,liebe Bianca, gerne…..eine schöne Passage, die du da von Nelson Mandela zitierst….ja, wohl wahr, dass uns das Wissen um die Fähigkeit zu Leuchten oftmal viel mehr Angst macht als das eigene Dunkel. Wir sind oft so defizitorientiert, dass wir total verlernt haben auch das Gute, das Strahlende in uns anzunehmen und es zu zeigen.

Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen…..verzeih, wenn ich hier aus der Bibel zitiere aber ich denk, der Satz hat auch ohne religiösen Bezug ziemliche Bedeutung. Sich nicht unter Wert verkaufen sondern sich der eigenen Einzigartigkeit bewusst sein, verantwortungsvoll mit seinen Begabungen und Talenten umgehen, damit das Licht zu strahlen beginnt….das ist doch schon mal ein ordentliches Programm, nicht wahr ;-)

Wieder kann ich nur sagen: Wie Recht du hast, Doris :) Nicht umsonst spricht man ja auch von “Erleuchtung“, wenngleich dieses Wort leider sehr durch den gängigen Sprachgebrauch dessen gelitten hat. Nietzsche drückte es recht provokant aus, als er sagte: “Wer sich tief weiß, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.”

Aber, aber, aber: Wir müssen die Perspektive unbedingt bei unserer Diskussion mit beleuchten, man sagt ja: Die Ameise hält das Johanniswürmchen für ein großes Licht. Dort kommen wir wieder zu dem, was du sagst: Ich denke, werden wir uns dessen bewusst, dass wir alle dieses Leuchten in uns tragen, können wir auch nach außen leuchten. Sehen wir durch Außenbestätigung, die ja jeder braucht, dass das Leuchten zurecht getragen wird, leuchten wir noch mehr und das steckt an. In diesem Sinne: Leuchte, mein Herzchen, hast alles Recht dazu! :-*

Ja, liebe Bianca, der Herr Nietzsche ist schon ein kluger Kopf gewesen und seine provokanten Formulierungen sind nicht ohne, beinhalten sie doch auch viel Wahres, manchmal eben auch unbequem Wahres. Auch zur Perspektive nimmt er Stellung und bei ihm klingt das dann so:

Unsere Bedürfnisse sind es, die die Welt auslegen; unsere Triebe und deren Für und Wider. Jeder Trieb ist eine Art Herrschsucht, jeder hat seine Perspektive, welche er als Norm allen übrigen Trieben aufzwingen möchte.

Bedürfnisse stehen wohl hinter all unseren Emotionen, wir ringen tagtäglich – bewusst und unbewusst, um die Erfüllung unserer Bedürfnisse. Ist ja auch klar, Sehnsucht – wonach auch immer – ist ja eine große Triebfeder.

Der eigenen Sehnsucht immer wieder neu begegnen, denn schon Khalil Gibran sagt. „Die Bedeutung des Menschen liegt nicht in dem, was er erreicht, sondern viel mehr in dem, was er sich zu erreichen sehnt.“

So sieht es aus, mein Herzchen – der Mensch wird immer sehnen und wollen, auch wenn das Gewollte erreicht ist, hört er nie damit auf. Wilhelm Busch erklärt das mit angenehm einfachen und so treffenden Worten: “Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern ganz beglücken. Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.” – wenn wir was ersehnen und wollen, müssen wir die eventuell negativen Begleiterscheinungen als gegeben akzeptieren. Oder sie positiv sehen, denn Mücken sollen ja auch einen Sinn in der Natur haben. Wer aus einer Mücke gleich einen Elefanten macht, wird das Nachsehen haben ;)

Friedrich von Schiller weiß Gibrans Worte auch sehr leicht auszudrücken: “Des Menschen Wille, das ist sein Glück“, sagte er. Der Wille muss natürlich stark sein, um etwas zu leisten! “Willenskraft = nur eine Erdnuss zu essen” – so sagt’s der Volksmund. Was ist für dich das Mittel zum Erreichen des Gewollten und Ersehnten, Doris? Auch der Wille?

Hm, interessante Frage – ja, der Wille ist sicherlich etwas enorm Wichtiges auf dem eigenen Weg des Wachsen und Werdens. Nicht umsonst sagt man so schön: Wo ein Wille, da ein Weg…..  aber genau diese Worte beinhalten es ja schon – der Wille allein reicht nicht aus, sondern auch das Tun, das Gehen, das Umsetzen von Ideen und Visionen bringt uns erst richtig weiter.

Es ist nicht genug zu wissen – man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen – man muss es auch tun. So formuliert es Johann Wolfgang von Goethe.

Ich denk schon, dass er damit auch Recht hat. (Mal abgesehen davon, dass ja eigentlich grundsätzlich du immer Recht hast *lach*) Der Wille ist wichtig, er istTriebfeder, er ist Motivator, er setzt kreatives Potential frei aber all das wär wohl verloren, wenn wir es nicht auch anwenden also ganz praktisch tun würden, oder wie siehst du das, Mylady?

Also zunächst: Jeder, der mit mir übereinstimmt, hat gleichzeitig auch Recht – so auch Goethe, denn genauso sehe ich es auch :-P Ein chinesisches Sprichwort sagt es etwas anders: “Achte auf deine Gedanken. Sie sind der Anfang deiner Taten.” Also aus Wünschen werden Gedanken, aus Gedanken Taten, die die Wünsche in die Tat umsetzen. Nur den Popo muss man selbst bewegen … Daher beschweren, bei gesundem Gemüt, nun Taten das Gewissen, nicht Wünsche und Gedanken. Denn nur Taten halten uns den Spiegel unseres Willens vor – so sagt Arthur Schopenhauer.

Grundsätzlich sind also die Aussagen im Kern gleich: Wenn du dir was wünscht, reicht es nicht. Wird der Wunsch zum Willen, musst du auch was tun, um das Ziel zu erreichen – in Aktion treten, darauf kommt es an. Glaube, da sind auch wir uns einig, nicht wahr, mein Herzchen? :) Nun stellt sich mir aber die nächste Frage: Wie sieht es mit Geduld und Ungeduld dabei aus? Geduld ist ja nicht immer eine Tugend – ich meine, wenn ich was erreichen will und geduldig agiere, mag das seine Vorteile haben, sagt auch Goethe: “Mit Ungeduld bestraft sich zehnfach Ungeduld; man will das Ziel heranziehn und entfernt es nur.” Andererseits wurde mir mal bei einem Vorstellungsgespräch folgendes gesagt: Ich wurde nach meinen Stärken und Schwächen gefragt, als Schwäche gab ich Ungeduld an. Mein Gegenüber lachte herzhaft und meinte: Ungeduld ist gut, das wird Sie weiterbringen. Einer der Momente, an dem mir erneut klar wurde: Alles im Leben kommt nur auf den Blickwinkel an ;) Oder was denkst du, liebe Doris?

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